Donnerstag, 15. Oktober 2020
Schleim ohne Monster
Mittwoch, 14. Oktober 2020
das fehlende Wort
Ich kann mich glücklich schätzen, dass wir gut ausgestattet sind.
Technisch mit Laptop, Druck/Kopierer, diversen Programmen und gespeicherten Dateien.
Ausstattung auch was den Vorrat an Material angeht: Klebepunkte, Papier, Folie, Schneidelienal, Eckenknipser, Magnete, doppelseitiges Klebeband....
Dieser tollen Ausstattung ist es zu verdanken, dass es letztens nicht in einer Katastrophe geendet ist, als morgens ein Wort / eine bestimmt Karte fehlte.
Klar hat Nina während der ganzen Zeit gejammert und ist unruhig neben mir her gelaufen - aber ich war schnell und gut und rucki-zucki hatten wir eine Ersatzkarte und alles war schick - der Tag konnte weiterlaufen.
Warum diese Mühe?
Warum nicht einfach das Wort der Karte benennen?
Hab ich gemacht. Hat nicht gereicht.
Betrachte ich das Ganze von der anderen Warte aus, so wird klar:
eine Bildkarte, eine Sprachkarte hat mehr als einen Zweck.
Einerseits ist es klar um uns "Sprachlern" zu zeigen was sie wollen.
Aber es ist AUCH ein Wort von ihr.
Ist dieses Wort weg stelle ich mir das so vor, als würde uns das Wort nicht einfallen oder wir könnten es aus irgendeinem Grund nicht sagen, nicht aussprechen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass es deswegen immer so schlimm ist, wenn Lina im wahrsten Sinne des Wortes die Worte fehlen.
Und ich bin froh das fehlende Wort ersetzen zu können.
FKK Alarm
Montag, 5. Oktober 2020
die Wiederholung macht es
Ich bin froh das ich mittlerweile über eine Erfahrungsschatz verfüge und einfach WEISS - die Wiederholung macht es.
Frei nach dem Motto "einmal ist keinmal" muss ich an fast alles so heran gehen.
Eigentlich immer ist es nach einigen Wiederholung von "voll blöd" und "will ich nicht" schon fast der "neue Liebling"geworden.
Nichts desto trotz habe ich mir schon sehr sehr oft vor lauter Frust innerlich die Haare gerauft.
Obwohl ich ihre Abneigung kenne.
Obwohl ich weiß dass es besser wird.
Obwohl sich in vielen Bereichen gezeigt hat, dass Nina manchmal einfach in ihr Glück geschubst werden muss.
Aber es ist einfach eine ganz andere Nummer wenn man weiß man kommt mit neuen tollen Sachen, Aktionen, Gegenständen oder mit was auch immer und egal wie begeistert man selbst ist - dein autistisches Kind möchte nichts neues.
Lehnt es per se ab.
Dann: tief durchatmen. Einmal das neue kurz vorstellen. Und dann wieder und wieder und wieder und wieder und wieder...bist der Wiederstand bröckelt.
Sich nicht entmutigen lassen.
Es ist ein Kraftakt.
Aber meine Muskulatur ist in diesem Bereich schon enorm gewachsen.
Platzwechsel
Haben Sie nicht Anspruch darauf?
Beim Abholen einer Bestellung werde ich von unserem Apotheker gefragt, wo ich denn meine Tochter gelassen hätte.
Ich deute auf den Fahrradhelm und erzähle, dass ich sie mit dem Tandem zur Schule gefahren habe.
Trotz Mundschutz kann ich sein verdutztes Gesicht sehen und im nächsten Moment fragt er mich:"Wirklich? Haben sie denn nicht Anspruch auf einen Fahrdienst?"
Selbstverständlich haben wir Anspruch auf einen Fahrdienst, der Nina von zu Hause abholt und sie nach der Schule wieder vor die Haustür bringt.
Dennoch haben wir und für vor kurzem bewusst dagegen entschieden.
Es bringt mehrere Vorteile mit sich:
- kurze Strecke
- wir können diese kurze Strecke an einem Fluss entlangfahren
- Dosis Frischluft
- Bewegung für beide
- wir erleben diese Touren gemeinsam
- sind länger zusammen
- oft schneller als eine Bustour
- ich sehe jeden Schultag zwei Mal kurz eine Lehrerin
Sollten Gewitter, Glatteis oder Schneeverwehungen kommen, das Rad einen Platten haben oder sich einer von uns nicht so gesund fühlen wie im Moment, dann lassen wir das Tandem stehen - aber dann kann man immer noch auf die Straßenbahn oder eben doch mal das Auto ausweichen.
Aber bis dahin: Hallo Pino!!!!