Donnerstag, 10. Februar 2022

Gemüsekonfetti

 Als Nina die Nudeln mit Tomatensoße aus dem Speiseplan strich, den Spinat und den Apfel hineinnahm da hatte ich einen neuen Schub für "mal wieder was neues probieren". Neue Geschmäcker und Konsistenzen. 

Aber ich bremste mich innerlich und sagte mir selbst  in Bühnenlautstärke: "nur winzige Portionen" und "nicht übertreiben". 

Die Probierhäppchen waren dann wirklich klein. Winzig, Kaum zu sehen. 

Aber ja die mickrigen organgen, roten und grünen Fitzel auf dem Brett sind meine neue Strategie beim gewöhnen an Rohkost. Gemüsekonfetti. Sooooo klein. 

Es funktionierte. Möhre ging, rote Paprika ging und sogar Kohlrabi sofern klein genug. Nicht funktioniert hat die Gurke - vermutlich weil zu groß und zu viel vom schlabberig-weichem Inhalt. Nun gut. Also nur Gurke eher vom Rand. 

Ein anderes Mal ging Bratreis und Nudeln in anderer Form von meinem Teller, eine winzige Portion Pflaumengrütze (ohne Stückchen selbstverständlich) - beim Bircher Müsli war die Toleranz allerdings vorbei, sowas körniges "Bäh" da hätte Nina sich fast übergeben. 

Für mich mal wieder ein Zeichen zu viel in zu kurzer Zeit gewollt zu haben. 

Dieses Thema ist jedenfalls nichts für einen Sprint. 

Aber Langstrecke und Durchhalten liegt mir eh mehr. Also meistens. 

In der Zwischenzeit kann man sich ja mit Konfetti aller Art stärken. 

"Ich brauche ein neues Wort"

 "Ich brauche ein neues Wort" - egal ob Nina diese Taste versehentlich oder absichtlich gedrückt hat, ja denke ich, ja du brauchst definitiv ein neues Wort. Eines reicht bei weitem nicht. 

Die Nutzung des Talkers hat extrem an Fahrt aufgenommen.

Nicht nur daheim, nein auch in der Schule lässt sie es immer mehr zu. 

Der Wortschatz wird nicht nur gefühlt täglich großer. 

Einerseits durch ganz praktische "Tasten" wie:

Keller, Briefkasten, Mülltonne, Straßenlaterne an, Straßenlaterne aus, Jalousie - oben, Jalousie unten.

Für die Hausaufgaben brauchen wir dann plötzlich den Pirat und den Drachen und ich muss kreativ überlegen wo ich die einordne. 

Ein wunderbarer Moment war als sie das erste Mal einen Satz mit "Ich möchte" begann. Auch wenn "Ich möchte Kröpke" in einer Schulwoche um 20 h abends nicht mehr erfüllbar ist. 

Großartig war auch als Nina verstand das "geschlossen" gleichbedeutend ist mit "zu" und leider leider die Apotheke am Sonntag nun mal zu hat.  

Oder wenn sie  Nachmittags sagt:"Haferflecks" "Fernseher" und ich antworte, ja klar können wir Haferflecks vor dem Fernseher essen und dabei auf dem Sofa sitzen - sie mich anschaut, grinst und dann "Sofa" drückt. 

Nachvollziehen kann ich auch, wenn sie mit dem Aufzählen einer Wortreihe auflistet was nacheinander gemacht wird. Ich kann in der Aufzählung: "Duschen" "Anziehen" "Inhalieren" "Frühstück" "Vogel" "Apotheke" - alles soweit nachvollziehen ...nur leider nicht weiß ich nicht von welchem Vogel sie spricht. 

Schön ist auch die Wortreihe: "Tablet" "Steffi" "Lilli" "Talker" "spielen" - denn damit hat sie erzählt, dass wir Besuch von Steffi und Lilli hatten und mit dem Tablet gespielt wurde sowie die beiden Damen auf dem Talker zu finden sind. 

Einen Riesenspaß hat sie auch am ausprobieren und zuhören, wenn sie  den Talker drei Mal das Wort "zu"oder "Drogerie" sagen zu lässt und sich dabei einen giggelt. Hören und probieren. 

Probieren ist es auch wenn sie alle Klassenkameraden aufzählt, aneinandergereiht mit "und". 

Aber am schönsten war in den letzten Wochen "Papa" "zu Hause". Ja genau das hat Nina "erzählt "als ich sie nach der Schule abholte und ich sagte jetzt gehen wir nach Hause. "Papa" zu Hause" - und wir gingen einen Schritt schneller.