Samstag, 17. Januar 2026

Ich möchte.....haben

 Es ist erstaunlich wie viele unterschiedliche Bedürfnisse man ausdrücken kann, wenn man die "Macht" einer kleinen Satzkombination verstanden hat. 

Nina hat für sich entdeckt: "Ich möchte xy haben."

Ausgangspunkt war quasi die Hausaufgabe von der Logopädie. Dort wurde der erste Schritt geübt und wir haben diesen ersten Satz zu Hause in einem Kontext etabliert, der sich sehr regelmäßig wiederholt: am Abendbrottisch. 

"Ich möchte Brot haben." wurde dann von Nina jeden Tag geübt. 

Das sie diesen Satz aber verstanden hat, haben wir gemerkt, als sie an einem anderen Tag, in einem anderen Zimmer gesagt hat (von sich aus!!!) : "Ich möchte Haare neu." 

Ich war einerseits total sprachlos und bin zeitgleich vor Stolz geplatzt!!!! 

DAS WAR TOLL!!!!!!

Wellenbewegungen

 Immer wenn es in einem oder mehreren Bereichen mit unglaublicher Geschwindigkeit vorangeht, so scheinen sich als Kehrseite der Fortschritte auch wieder Angewohnheiten einzuschleichen die nicht so "der Bringer" sind. 

Bei Nina sind es momentan bei jeder Fahrstuhlfahrt sich in eine Hockposition begeben (ob die Perspektive da irgendwie cooler ist?!?) und sich während der Busfahrt zur Schule die Schuhe auszuziehen. 

Letzteres hatten wir auch schon einmal. Damals war sie noch im Kindergarten, aber die Begleitperson vom Fahrdienst war einfach so unfassbar gut, dass sie es nicht kommentiert hat und uns einfach um ein paar zusätzliche "Bussocken" gebeten hat. Nach einiger Zeit war das Thema dann durch und die Schuhe blieben an. 

Jetzt aber wird es kommentiert - vom Busfahrer, von ihren Mitschülern im Bus und von ihrer Schulbegleitung. 

Da Nina es derzeit auch richtig genial findet ihrer Grenzen zu testen, genau weiß was sie nicht soll und dann mit Ansage über die gezogenen Grenzen rennt - denn auch negative Reaktionen sind Reaktionen - wird besonders diese Schuh Geschichte sicher noch ein Weilchen Thema sein. 

Auch hier heißt es wieder "tief Luft holen" und sehen was passiert - alles vergeht, so auch diese Welle. 

Nachteil von exakter Planung

 Ich mag genaue Planung wirklich sehr. 

Auch Vorbereitung. 

Und natürlich den vorbereiteten Metacom-Ferienplan mit der visuellen Ankündigung von Ereignissen. 

Allerdings haben wir in den vergangenen Weihnachtsferien auch mal einen nicht zu unterschätzenden Nachteil hiervon kennen gelernt. 

Ereignisse auf die Nina sich freut oder die nicht so häufig vorkommen, regen sie dann so auf (im positiven Sinne), dass sie jeweils in der Nacht vorher nicht schlafen konnte.

Bisher kam es immer nur in der Nacht vor der Schuldisco vor - aber die Beispiele aus den Weihnachtsferien zeigen, dass es auch andere "Aufreger" gibt. 

In einem Gespräch sagt mir eine Freundin, sie kenne das und sagt ihrem Sohn besondere Sachen immer erst an dem Tag, wenn sie an der Reihe sind und wirklich stattfinden. 

Das ist eine gute Strategie.  


Öffnungszeiten lesen

 Ninas voranschreitender Schrift-Spracherwerb ist wirklich mega. 

Wir können uns kaum einmal durch die Stadt bewegen ohne an diversen Geschäften oder Einrichtungen  / Institutionen die Öffnungszeiten vorlesen zu "müssen" sie sie "erlesen" zu lassen.

 Gefolgt von Kommentaren wie "zu" und unserer Antwort "Genau Sonntags ist geschlossen ....zu". 

Auch Schriftzügen von ihr bekannten Geschäften werden erkannt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten verbal geäußert. Dabei muss man schon ihren "Singsang" genauer kennen, denn es ist noch nicht so sauber zu verstehen. 

Aber es wird. Langsam, aber sicher. 

Kochinteressen

Ich empfinde es als ganz großen Schritt vorwärts, dass sich Nina mittlerweile sehr für das Mittagessen beziehungsweise für das Kochen und Zubereiten in der Küche interessiert. 

Ähnlich wie beim flexibler werden bei den Mittagsmahlzeiten ist auch hier der Ausgangspunkt in der Schule zu suchen - also bei dem was ihre Klassenkameraden und sie beim Hauswirtschaftsunterricht gemeinsam gemacht haben. 

Jetzt möchte sie klein schneiden, rühren, pürieren und natürlich ganz wichtig probieren und kleine Häppchen verkosten. 

Bei einigen Zutaten muss ich sehr aufpassen, dass die kleine "Verkosterin" noch etwas übrig lässt, nicht Schalen oder schlecht verträgliche Sachen einfach mal mit einem "Happs" in ihrem Mund verschwinden lässt. 

Ich würde an dieser Stelle gerne eine Reise in die Vergangenheit machen und meinem jüngeren Ich sagen - alles wird gut, nicht verzweifeln. 

Aus der wiederständigen Esserin ist eine Probiererin geworden. Wenn auch mit Einschränkungen. 

Schneefall und Schulausfall

 Zwei Tage weniger Schule wegen einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes haben vielen Kinder sicher ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. 

Bei uns zu Hause gab es Tränen. 

Nina war wirklich traurig, dass so kurz nach dem Ende der Weihnachtsferien wieder ein Schultag beziehungsweise zwei Tage ausfielen. 

Einerseits tat es uns wirklich leid, dass sie da ein paar Tränchen verdrückt hat, aber andererseits macht es auch froh, weil es zeigt, dass sie wirklich gerne zur Schule geht. 

Einfach schön, oder?

Montag, 5. Januar 2026

70 %

 Wir alle kennen sie, die ätzenden Tage an denen nichts zu klappen scheint nur Verzögerungen da sind und dann - dann gibt es die Sternstundentage. Alles klappt so ganz nebenbei. 

Ebenfalls so ganz nebenbei ist bei einem Ambulanzbesuch klappt so nebenbei eine Lugenfunktion. 

Irgendwie hat Nina dieses doch recht komplexe Atemmanöver geschafft. 

"70 %!" jubilierte auch die anwesende Fachkraft und hat sehr schnell auf Speichern geklickt. 

Kontinuität ist noch nicht zu verzeichnen - aber das ist vorerst egal. 

So ganz allmählich sickert es ein und Nina versteht was da von ihr gefordert wird. 

Ob sie das bei 100 % verstehen dann aber auch jedes Mal macht, wenn das jemand von ihr möchte....das steht noch in den Sternen. ;-)