Dienstag, 7. Februar 2023

Ich möchte Grummibär

 Beim Abholen von der Schule erreichen mich über die Schulbegleitung unglaubliche Berichte. 


So hat Nina via Talker "Ich möchte" "Gummibär" gesagt. 

Fantastisch. 

Nicht nur eine Kombination von Worten zu einem Satz. 

Eine Kundgabe eines Wunsches und die Antwort auf die Frage "Was möchtest du?" !!!!!!


Und last but not least....unsere Tochter wollte tatsächlich mal eine Süßigkeit. 


Kann sich ja immer kaum jemand vorstellen, aber dass Nina mal was nascht ist eine fettes rotes Kreuz im Kalender wert. 


 


 

Schal

 ES ist eindeutig das Wort des Monats. 


"Schal" schallt es sehr oft durch den Flur begleitet durch Kichern und Begeisterung die ihresgleichen sucht.

Nina deutet auf den Schal, bringt ihn zu uns und verkündet lautstark "Schal" während sie ihn zurückbringt zur Garderobe. 


In der Schule kombiniert sie den Schal noch mit einem "Hilf" auch wenn es ausgesprochen "ilf" ist....denn da fehlt das "H" noch. 

Trotzdem wird sie verstanden und die Begeisterung auf beiden Seiten ist groß.

 

Montag, 30. Januar 2023

UK und Ich-Buch

Das ich von Unterstützter Kommunikation (UK) begeistert bin, dass ist in unserem Umfeld bekannt. 

Man sieht es auch deutlich in unserer Wohnung. 

 Neben Ninas Talker gibt es die Datums-Mappe, diverse Aufgaben in der Lernkiste, eine Magnet-Tafel mit den jeweiligen Aktion des Tage, der Ferien-Abhakplan und seit meiner ersten längeren Fortbildung über UK auch ein "Ich-Buch" über und von Nina. 

Ich muss gestehen das ich eine ganze Zeit gedacht habe, die Tagebücher aus Ninas Schule wären Ich-Bücher, aber da gibt es doch noch einen Unterschied und nachdem ich mir die kostenlose Vorlage angeschaut hatte war mir / uns klar: so eines muss her. 

Einige Tage lange habe ich mit Nina am "Ich-Buch" geklebt und dekoriert und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ist sehr schön geworden. 

Und jetzt nach der üblichen "urgs was Neues" Ablehnung findet sie es toll und blättert oft darin und man kann sehen wie gerne sie sich die Seiten über sich ansieht. 

Ich muss es aktuell halten und dann kann es nicht nur eine Bereicherung für Nina selbst sein, sonder auch neuen Bezugspersonen (z. B. Lehrer- oder Therapeutenwechsel) und auch im Freundes und Familienkreis eine Möglichkeit sein unsere Tochter kennen zu lernen und über das "Ich-Buch" mit ihr ins Gespräch zu kommen. 

Es sollte mehr "Ich-Bücher" geben. 

Tränen los

 Was für eine Katastrophe. 

Ninas Uhr war nicht da. 

 Das große Suchen begann. 

Wir Erwachsenen drehten die Wohnung von rechts auf links und waren sehr kreativ was mögliche Ablageorte sein könnten. 

Nina hatte am Vortag ihre Uhr selbstständig verstaut.....keiner von uns hatte gesehen wo. 

Ihre Verzweiflung als sie sich aufs Handgelenk tippte, mich ansah und auf dem Talker "hilf" sagte, ging uns durch und durch. 

Das Geheimversteck habe ich nach drei Stunden gefunden.....aber erst nach einer Pause von Suchen. 

Unsere Erleichterung war riesig und gleichzeitig waren wir kaputt und durch den Wind. 

Die Lektion dieses Morgens: besser aufpassen wo die wichtigen Gegenstände in Ninas Leben landen, denn wenn etwas fehlt, kann das einen ganzen Vormittag sprengen. 

lange Schreibpause

 Eine lange Zeit lief alles wie am Schnürchen.


Wir waren gut in unseren Routinen drin und der Alltag segelte so dahin. 


Es war ein Gefühl als ob die Leichtigkeit des Sommers noch eine Weile nachwirkte und wir waren sehr lange unbeschwert und es ergab sich nicht so recht ein Anlass einen Blogbeitrag zu schreiben. 

Aber... 

Wie heißt es doch gleich so schön? 

"Alles hat seine Zeit" und genauso wie es die unbeschwerte Zeit gab, ist jetzt wieder die Zeit für neue Herausforderungen, Ticks, Themen, Geschichten  und ja neue Blogbeitrage.

Sonntag, 30. Oktober 2022

erfreulich und gleichtzeitig lästig

 Der Antrag ist schon so lange her, dass ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern kann wann wir den genau gestellt haben. 

Aber das wir dann erst 11 und dann jetzt letztlich 18 Monate auf der Warteliste stehen ist eine wirklich sehr lange Zeit. 

Wovon ich rede? 

Von der Autismusspezifischen Förderung. 

Hurra. Endlich kann sie starten....aber einen Moment bitte. Denn vorher sind noch ganz viele Hürden zu nehmen. 

Ein Annamnesegespräch klar. Schweigepflichts-Entbindungen unterschreiben. Aber sicher doch. Formular zur Datenschutz-Verordnung. Natürlich. 

Aber dann. Der unfangreiche psychologische Fragebogen. 36 Seiten. 

Arrrggg. 

Ich habe Schnappatmung, als ich das erste Mal überfliege und kann mich dunkel erinnern, "das Ding" schon zwei Mal ausgefüllt zu haben. 

Aber die Erfahrung macht es nicht leichter ,jede dieser Fragen zu beantworten. Nicht nur deswegen weil mache davon sich doppeln oder einfach nur spiegelverkehrt sind. 

Irgendwann fange ich an "siehe Seite xy" auf den Fragebogen zu schreiben, wenn ich merke, dass ich das in abgewandelter Form schon einmal beantwortet habe. 

Richtig kniffelig wird es bei geforderten Zeitangaben zur frühkindlichen Entwicklung. 

Ich weiß doch wirklich heute nicht mehr wann Nina: "frei sitzen", "greifen", "krabbeln" und "laufen" konnte....also so ungefähr na klar. Aber auf den Monat genau...und ist das schon atypisch gewesen? 

Damit verbunden sind auch viele unangenehme Gefühle, Sorgen und Erinnerungen. Ich muss den Fragebogen ein weiteres Mal weglegen und eine Pause einlegen. 

Ob die Therapeuten einen Ahnung davon haben in was für ein Wechselbad der Gefühle sie Eltern mit der Bitte um das Ausfüllen dieses Fragebogens schicken? Ein ganz klares Nein. 

Ich verdanke es meiner guten Ordnung und einer Pause zur richtigen Zeit, dass mir einfällt, dass ich eine Kopie des letzten Fragebogens aufgehoben habe und kann die letzten Lücken füllen.

Hoffentlich war das vorerst der letzte Fragebogen. 

Lohnen wird es sich und jetzt kann die Extra-Förderung losgehen. 



Samstag, 8. Oktober 2022

vor dem Spiegel

 Wir föhnen die Haare.  Im Badezimmer vor dem Spiegel. 

Ich denke so über dies und das nach. 

Mit einem Mal höre ich ein sehr deutliches "Aaaaa" von Nina. 

Ich schalte den Föhn aus und steige sofort ein. 

"O" , "I", "E" , "U". "L", "B" und "T". 

Ich gebe ihr die einzelnen Buchstaben vor und sie wiederholt. 

Ich kann es kaum glauben. Ein Buchstabe ging - aber der schnelle Wechsel von einem Buchstaben zum nächsten ist ihr bisher nie möglich gewesen. 

Es sah auch immer so aus als ob Nina Schwierigkeiten hätte auf ihre Stimme zugreifen zu können. 

Jetzt scheint sie den Zugang dazu gefunden zu haben. 

Wenig später gelingt es mir ein kleines Video davon zu machen und es ihrer Logopädin zu schicken. 

Diese hat unermüdlich über Monate immer und immer wieder Buchstaben mit Mundbild, mit dem spüren wie sich die Stimme wo in der Kehle anfühlt und mit einer Kombination aus Buchstabe, Laut und Bewegung mit ihr gearbeitet. 

"Ich fall gleich vom Hocker" war die Antwort und genauso fühlte und fühlt sich das für uns an. 

Das ist nicht nur ein Mikro-Schritt. 

Aber ein bemerkenswerter.