Manche Gefühle kommen unerwartet "von der Seite" und erwischen einen kalt, wie man so schön sagt.
Bei mir war es irgendwann am Anfang der Reha, als mich mal wieder die Trauer überkam.
Trauer darüber, dass Nina eben nicht neurotypisch ist. Die alte "Italien" / "Holland" Geschichte ("Willkommen in Holland" von Emily Pearl Kingsley).
Nur gelingt es mir in dieser einen Woche nicht die positiven Seiten zu sehen.
Ich sehe und vor allem fühle mal wieder: wir passen / Nina passt nirgendwo rein.
Während andere Kinder in ihrer Altersklasse fortgeschrittene Gesellschaftsspiele spielen können, mit gleichalterigen komplexen Sportaktivitäten nachgehen, mit neu gefunden Freundinnen durch die Klinik streifen, sich gegenseitig in Freundschaftsalben schreiben, alleine von a nach b gehen - ist Nina auf uns angewiesen und auf 1 : 1 Betreuung und Beschäftigung und auf Spiele und Aktivitäten,die mehr als deutlich zeigen, dass Lebensalter und Entwicklungsalter weit auseinander gehen.
Nicht das diese Diskrepanz neu für mich ist. Nein, wir haben oft und ausführlich darüber gesprochen.
All dieses Wissen nutzt mir aber nichts. Ich bin tieftraurig.
Vielleicht ist es aber ok, denke ich nach einer Weile, vielleicht ist hier der Raum um auch diese Trauer mal wieder zu spüren.
Und ich bin ja nicht allein mit dem traurig sein und das hilft sehr dabei wieder in die Spur zu kommen.
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